Projekt EQUAL
Entwicklungspartnerschaft „Arbeitsplätze für junge Menschen in der Sozialwirtschaft“
Jugendarbeitslosigkeit in Sachsen - Schaffung von Beschäftigung für junge Menschen nach der Ausbildung
Die Jugendarbeitslosigkeit ist eines der drängendsten Probleme auf dem Sächsischen Arbeitsmarkt. Nach den aktuellen Zahlen sind im Freistaat Sachsen 54.893 Arbeitslose unter 25 Jahren.
Ein gravierendes Problem ist der Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung, der sich äußerst schwierig gestaltet. Diese „zweite Schwelle“ kann von einem großen Teil der jungen Menschen nicht übersprungen werden. Die ausgebildeten jungen Menschen münden von der Ausbildung ohne Perspektive in der Arbeitslosigkeit. Dies ist einer der Gründe für die verstärkte Abwanderung junger qualifizierter Menschen aus dem Freistaat Sachsen.
An der zweiten Schwelle hat sich in den letzten Jahren ein regelrechter „Stau“ entwickelt. Dieser ist zurückzuführen zum einen auf den geringen Übernahmebedarf der betrieblich ausgebildeten Jugendlichen durch die Unternehmen und zum anderen auf die Zunahme der außerbetrieblichen Ausbildungsformen, die qualifizierte Jugendliche auf einen Arbeitsmarkt entlassen, der die erworbenen Kompetenzen nicht nachfragt. Der Übergang in die Beschäftigung ist das Nadelöhr an dem sich die beiden Gruppen treffen.
Zugleich existieren Wirtschaftsfelder, in denen die Nachfrage nach Fachkräften nicht abgedeckt werden kann und in denen Beschäftigungspotentiale bestehen. Die Europäische Kommission hat bereits vor einigen Jahren auf unerschlossene Beschäftigungspotentiale in der Sozialwirtschaft hingewiesen und die Erschließung dieser in ihre Programme aufgenommen.
Vor dem Hintergrund dieser beiden Aspekte: Arbeitslosigkeit junger Menschen an der zweiten Schwelle und Beschäftigungspotentiale in der Sozialwirtschaft, hat sich in Sachsen vor zwei Jahren die Entwicklungspartnerschaft „Arbeitsplätze für junge Menschen in der Sozialwirtschaft“ gegründet, die im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL von der Europäischen Kommission gefördert wird.
In der Entwicklungspartnerschaft sind die wichtigsten Verbände und Träger der vereinsorganisierten Sozialwirtschaft und der soziokulturellen Basisinitiativen aus Sachsen vertreten, die an verschiedenen Standorten Dienstleistungen in vielfältigen kulturellen und sozialen Handlungsfeldern anbieten. Die Entwicklungspartnerschaft schrieb sich das Ziel auf die Fahnen, neue Beschäftigungsmöglichkeiten im Dienstleistungssektor für junge Erwachsene an der zweiten Schwelle im ländlichen Raum Sachsens zu schaffen. Dies vor allem durch die Stärkung der Innovationsfähigkeit und der regionalen Zusammenarbeit der sozialwirtschaftlichen Organisationen bzw. Unternehmen. Die Beispiele aus der Praxis der Unternehmen zeigen auf, wie in den vergangenen zwei Jahren Nischen zusätzlicher Beschäftigung identifiziert und mittels der Entwicklung neuer Tätigkeitsbereiche und Produkte erschlossen werden konnten.
Der DGB Bezirk Sachsen ist als strategischer Partner an der Entwicklungspartnerschaft beteiligt, der IGR ELAN e.V. als Bildungspartner. Als Bildungspartner war der IGR ELAN e.V. an der Konzeption und Umsetzung des Integrierten Bildungskonzepts der Entwicklungspartnerschaft beteiligt.
Literatur:
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Anna Bernstorf (2005):
Integrierte Qualifizierung in Unternehmensnetzwerken der Sozialwirtschaft
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Anna Bernstorf, Heidemarie Herrmann, Matthias N. Winter (2005):
Europäische Struktur- und Regionalpolitik. Mit einem Förderleitfaden für soziale Projekte
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Anna Bernstorf, Heidemarie Herrmann, Matthias N. Winter (2005):
Regionalentwicklungsplanung und Sozialwirtschaft
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Anna Bernstorf, Heidemarie Herrmann, Matthias N. Winter (2005):
Interregionale Entwicklungsplanung und Sozialwirtschaft.
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Weitere Informationen unter www.equal-sachsen-sozialwirtschaft.de